kgh | Kreisgymnasium Halle

Alternativ gibt es hier die Videodatei als Download:


Chinaaustausch 2016

Die Verbotene Stadt
Straßenzug in Suzhou
Blick vom Jinmao Tower in Shanghai
moderne Architektur in Tiantai

In diesem Jahr fand erstmalig ein Austausch mit unserer neuen Partnerschule In Tiantai (China) statt. Nachdem uns die chinesischen Gäste im August für eine Woche besucht hatten, in der sie in Gastfamilien untergebracht waren, unseren Schulalltag kennengelernt haben und ein abwechslungsreiches Programm erleben durften, starteten wir Anfang Oktober zu unserem Gegenbesuch.

Zuvor unternahmen wir jedoch eine einwöchige Rundreise durch China, die ihren Anfang in Peking nahm. Dort besuchten wir zwei Tempelanlagen, den Platz des Himmlischen Friedens, die Verbotene Stadt, die Große Mauer, das Olympiagelände, den Sommerpalast und das alte Hutong-Viertel. Selbstverständlich durfte hier die schmackhafte Pekingente nicht fehlen. Ein Teil unserer Gruppe genoss einen Abend eine Theaterveranstaltung, in der es um die chinesische Kampfkunst des Kung Fu ging. Die Show war wirklich spektakulär und wurde durch einen Auftritt einer unserer Schülerinnen zu einem besonderen Erlebnis.

Die nächste Etappe führte uns in die Stadt Suzhou, in der wir u.a. den Herstellungsprozess der Seidenprodukte, für die Suzhou berühmt ist, kennenlernten. Im Anschluss fuhren wir mit einem Boot in das alte Stadtviertel, welches uns das andere China als die sehr modernen Neubauten näherbrachte. In der Shantangstraße konnten wir sehen, wo die Einheimischen einkaufen, dort pulsiert das Leben.

Nach einer zweistündigen Busfahrt kamen wir nach Shanghai und die Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt, als wir die Uferpromenade The Bund betraten. In der Nantangh Street kauften die Schüler alle möglichen, unbekannten Knabbereien und Süßigkeiten, die allen zum Probieren angeboten wurden. Sehr imposant war auch das Peace Hotel, in welchem Staatsgäste und andere Prominente ein Bett finden. Am nächsten Tag fuhren wir hoch auf den Jinmao Tower, von dem wir eine spektakuläre Aussicht genossen. Der seit Oktober mögliche Skywalk, draußen entlang am Gebäude, konnte zur Enttäuschung vieler Schüler nicht stattfinden. Dafür war der Spaziergang im umgebenden Viertel über eine hohe Fußgängerbrücke sehr lohnenswert, da man von dort eine gute Sicht auf die vielfältigen Wolkenkratzer hat. Ein Besuch des Shanghai Museum mit seinen vielen Exponaten zur chinesischen Geschichte und Kultur im Anschluss durfte auf keinen Fall fehlen.

In Hangzhou begaben wir uns nach einem sehr guten Frühstück auf den Weg zum Tea Village. Wir fuhren durch eine wunderschöne, hügelige Landschaft mit Teefeldern und machten als erstes ein paar lustige Fotos im Teepflückerkostüm. Die anschließende Teeverkostung war eine professionelle Verkaufsveranstaltung, was uns aber nicht wirklich störte. Nach einer Bootsfahrt auf dem sagenumwobenen Westlake brachte uns der Bus zur „Kulturstraße“, die nichts Anderes als eine 400 m lange Fressmeile mit Teeläden und Süßigkeiten ist. Wir kauften wieder viele Kostproben und teilten diese untereinander auf, was immer eine Überraschung in sich bahrte, da die Verpackungen häufig nicht erahnen ließen, was sie enthielten. Am Kaiserkanal gab es noch die Gelegenheit, unterschiedliche Museen zu besuchen oder einfach Freizeit zu genießen.

Die dreistündige Busfahrt nach Tiantai verschliefen die meisten Schüler, was sehr schade war, da die ländliche Umgebung mit den Bergen und Feldern sehenswert ist. Als wir an der Schule ankamen, spielten sich herzerweichende Szenen ab. Einige chinesische Schüler weinten vor Freude, ihre deutschen Austauschpartner wiederzusehen, es wurde sich umarmt und geherzt. Tiantai ist eine moderne und wohlhabende Stadt. Es gibt viele Modegeschäfte, die Stadt ist sehr sauber und man könnte sich das Stadtbild auch in Europa vorstellen, wenn da nicht die chinesischen Schriftzeichen wären.
In der folgenden Woche erlebten wir ein sehr abwechslungsreiches Programm. In der Kunstschule in Tiantai wurden wir in die Kunst der Kaligraphie eingeführt. Wir lernten außerdem die chinesische Maltechnik mit Pinsel, Tinte und Wasser kennen und bekamen eine Unterrichtsstunde in chinesischer Musik. Wir durchstreiften die nahe gelegene felsige Berglandschaft mit Seen und Flüssen und durften in einem Graffiti-Dorf selbst eine Wand besprayen und bemalen. Nach einem gemeinsamen Basketballspiel erlebten wir zum wiederholten Male die außergewöhnliche Gastfreundschaft unserer chinesischen Gastfamilien bei einem sehr aufwendigen Barbecue in einem Restaurant. Es gab viele leckere Speisen, die im Übermaß zubereitet wurden. Abschließend fuhren wir in eine Karaokebar, wo die Eltern einen separaten Raum für uns angemietet hatten und die deutschen und die chinesischen Schüler kräftig feierten. Natürlich nahmen wir auch am Unterricht teil, bestaunten das riesige Schulgelände und lernten viel über das doch sehr andere Schulleben in China.

Als unser großes Abenteuer zu Ende ging, war uns klar, dass wir sicherlich zuhause ein paar Tage benötigen würden, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Der Abschied von unseren chinesischen Freunden fiel uns schwer und es flossen viele Tränen. Wir alle hoffen, uns einmal wiederzusehen.